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Nieder mit Bush, rettet Saddam!

Beschäftigen wir uns mal mit der Frage, warum George Bush in der ganzen Welt, bildlich gesprochen, an einem Tag mehr faule Tomaten an den Schädel kriegt als Saddam Hussein in einem Jahr. Die Gründe sind mannigfach:

1. Saddam Hussein ist vor kurzem mit hundert Prozent der Stimmen im Präsidentenamt bestätigt worden. Bush zog nur dank der Merkwürdigkeit des US-Wahlrechts ins Weiße Haus ein.

2. Saddam hat Benimm und hinterlegt vor Treffen mit Staatsgästen die Pistole an der Garderobe. Der texanische Rüpel Bush hingegen legt die Füße auf den Tisch.

3. Die Friedenstaube Saddam hat keine einzige Atomwaffe, Psychopath Bush hingegen Tausende.

4. Saddam verspricht zwar immer wieder Blutbäder und Mütter aller Schlachten, aber das ist blumige Rhetorik, somit arabisches Kulturgut. Bush ist ein rhetorisches Nockerbatzl, der ohne Spickzettel nicht mal die Olympischen Spiele eröffnen könnte.

5. Hussein ist weltoffen, er kauft Actionvideos und Waffen aus aller Herren Länder. Dem Chauvinisten Bush muss man mit Rainer Werner Fassbinder oder deutscher Giftgastechnologie gar nicht erst kommen.

Undsoweiter, undsofort. Tatsache ist: Hussein vertritt die Würde einer mit Füßen getretenen Kultur, Bush mampft Hamburger und verschluckt sich an Brezeln. Ein paar tausend vergaste Kurden und zu Tode gefolterte Regimekritiker sollten niemanden davon abhalten, die wahre Schande der Zivilisation beim Namen zu nennen.

 

Mallorca Zeitung 2002