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Mord in elegantem Rahmen ist ein so selbstverständlicher Teil der angelsächsischen Kultur, dass nicht mal der Besitzer eines Luxushotels davor zurückschreckt, sich eine Leiche ins eigene Haus zu legen. Eine fiktive Leiche, versteht sich, denn mit einem leblosen Körper im feinen “Stock’s” in Binissalem beginnt George Scotts Roman “Der blutige Buchara”. Held und Ich-Erzähler ist Will Stock, und ganz Scharfsinnige erkennen sofort, dass Autor Scott sein eigenes Hotel mit einem Pseudonym ausgestattet hat.

Ein Mallorca-Krimi ist selten nur ein Krimi. Jeder Roman dieser letzthin so populären Gattung möchte auch Wissenswertes über diese meistzerschriebene Insel des Mittelmeers vermitteln. Damit diese Einschübe nicht den Spannungsbogen beschädigen, müssen sie mit mehr Geschick vorgenommen werden, als die meisten Mallorca-Krimi-Schreiber aufbringen. George Scott ist trotz seines von trockenem angelsächsischem Humor geprägten Stils keine Ausnahme. Dabei sind seine historisch nicht immer präzisen Mallorca-Einblicke durchaus interessant. Manchmal interessanter als die Krimihandlung. Das ist das Problem.

Aber den Mallorca-Fans garantiert dieser laut Untertitel “erste Will Stock Mallorca-Krimi” Action auf bekannten Schauplätzen. Darum geht’s.

 

Autor: George Scott

Verlag: Lardon

Preis: 15,50 €

 

Mallorca Zeitung 2002