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Das zugleich Frustrierende und Beglückende an der Schreibe von Andreas Altmann ist seine Knappheit. Welcher Literat/Journalist wäre imstande, eine sechzigtägige Weltreise inklusive Randbemerkungen, Hintergedanken und philosophische Beobachtungen zum Thema Menschsein in knapp 150 Seiten unterzubringen? Dieser Mut zur Kürze, zum Eingrenzen auf das subjektiv Wichtigste, auf das Einzige, was er wirklich gesagt haben will, beschenkt den Leser mit einer Dichtheit, die in Bann hält.

Die Geschichte des Buches: Für eine Reportageserie jettet Altmann, begleitet von einem Fotoreporter, rund um den Globus. Auf der einen Seite muss er seinen Auftrag erfüllen, aus jedem Reiseziel eine “Altmann-Reportage” abfeuern. Auf der anderen notiert er mit der Freiheit des Literaten, dessen Text das Format bestimmt und nicht umgekehrt, was ihm in Marseille, Tunis, Kairo, in Fernost und in Australien, in Süd- und Nordamerika widerfährt. Altmann lässt sich auf keine geographischen oder historischen Abhandlungen ein, er lebt den Augenblick und jagt ihn schreiberisch durch den Altmannfilter. Die Methode hat was für sich. Es ist eine radikal-atmosphärische Beschreibung, die man selbst dann genießt, wenn man seine Ansichten nicht teilt.

 

Autor: Andreas Altmann

Verlag: rowohlt

Preis: 6,90 € (D)

 

Mallorca Zeitung 2002